Lauftraining: Wie du locker deine Jogging-Ziele erreichst

Geschafft! Vorherrschendes Gefühl im Ziel: Pure Euphorie!

An die letzten Meter erinnere ich mich kaum. Erschöpfung, ja auf jeden Fall. Aber nur wenige Sekunden später: Pure Euphorie. Ich hab es geschafft! Nach 5 Monaten Lauftraining bin ich 8 Kilometer gejoggt!
Seit dem Women’s Run weiß ich: Ich bin eine Läuferin.

Das willst du auch? Dann erzähle ich dir, was mir zum Thema Lauftraining beim Women’s Run klar geworden ist:

1. Ein bisschen Selbstüberschätzung ist ein besonderer Antrieb fürs Lauftraining

Es war ja eigentlich nur eine Schnapsidee an einem Abend im Mai. Meine Nachbarin Vroni und ich waren ein paar Mal zusammen laufen gewesen. So langsam konnten wir 40 Minuten locker durchjoggen. Doch an diesem Abend liefen wir wie im Rausch immer weiter, über eine Stunde lang.

Der Kopf war frei, die Beine leicht, und meine Lauf-App zeigte 8 Kilometer an.

Acht!!! Der Wahnsinn!

Sowas steigt mir dann zu Kopf: Wenn wir 8 Kilometer schaffen, schaffen wir auch den Women’s Run. Und – hey, der ist ja erst in fünf Monaten. Endlos Zeit, um zu trainieren. Wir meldeten uns an – aber statt mit systematischem Lauftraining zu beginnen, überredeten wir lieber noch zwei weitere Freundinnen mitzumachen.

Team Healthandthecity war geboren.

Team Healthandthecity: Ready vor Women’s Run

In den nächsten Wochen haben wir die Gedanken an den Women’s Run entweder verdrängt oder die Anmeldung insgeheim bereut. Was war das nur für eine Schnapsidee? Musste es wirklich der 8-Kilometer-Lauf sein? Würden uns 2000 Frauen einfach überholen? Am Ende sogar überrennen?

Quatsch. Jetzt weiß ich: Selbstüberschätzung ist kostbar, sie treibt dich an. Diese übermütigen Momente hast du nicht jeden Tag – nutze sie, lass dich davon treiben. Wenn dir später die Nerven flattern: Die beruhigen sich auch wieder. Es ist völlig normal, dass du beim Lauftraining Höhen und Tiefen erlebst. Lass die Tiefen, an dir vorbeiziehen, ohne ihnen zu viel Bedeutung beizumessen. Mir hilft dabei eine Stunde Yoga.

2. Deadlines sind was Feines für effektives Lauftraining

Mein Job ist eine einzige Deadline, eigentlich brauche ich nach Feierabend nicht noch eine. Aber diese hier war wichtig: 12. September, Olympia-Park, Women’s Run München. Ohne diesen Termin hätte ich nicht darüber nachgedacht, es in diesem Jahr noch mal ernsthaft mit den acht Kilometern zu versuchen. Und ich wäre definitiv seltener gelaufen.

Diese Deadline war immer eine Motivation, ein Antrieb, doch noch die Laufschuhe anzuziehen und eine Runde zu joggen. Wenn du eine Deadline hast, einen D-Day, ein Ziel, das du dir gesteckt hast und einen festen Termin dazu, kannst du dich darauf fokussieren und dein Training daraufhin ausrichten. Noch besser gelingt dir das, wenn du dabei nicht alleine bist:

3. Zusammen trainieren bringt’s

Ich jogge gern allein. Aber ohne Vroni neben mir, ohne das Wissen, dass auch Jetta und Antonia für den Women’s Run und unser Team Healthandthecity trainieren, hätte ich den Lauf vielleicht wirklich nicht geschafft. Wäre ich immer nur für mich gelaufen, ich hätte mich vielleicht für den Women’s Run angemeldet. Aber ich hätte viel weniger trainiert. Und wäre am Ende wahrscheinlich gar nicht hingegangen.

Zusammen sind wir beim lauftraining alle ein bisschen über uns hinaus gewachsen. Ohne unser gemeinsames Ziel hätten Vroni und ich uns sicherlich nicht morgens um sechs zum Laufen getroffen. Ich beschönige nichts: Das Aufstehen war die Hölle! Aber zu wissen, dass bei der anderen gerade auch der Wecker klingelt und du sie nicht hängen lassen kannst, ist auch ein großer Antrieb. (Nur unwesentlich kleiner ist die Hoffnung, dass die Lauf-Freundin noch schnell per WhatsApp absagt oder einfach verschläft.)

Die ersten drei Kilometer am frühen Morgen waren fast noch schlimmer als das Aufstehen.

Diese Stimme im Kopf, die sich bei jedem Schritt beschwert: Was war das für ne blöde Idee? Geh wieder ins Bett!

Aber kaum waren die drei Kilometer bewältigt, waren wir wieder im Flow. Und so begeistert von uns selbst, dass wir gleich das nächste Lauf-Date für den frühen Morgen vereinbarten.

4. Ein Erfolg macht dich bereit für den nächsten

Ende Juli bin ich zusammen mit Alex die fünf Kilometer beim Sommerlauf in Baierbrunn gelaufen. Mein erster „Wettkampf“ überhaupt. Am Morgen war mir totschlecht, ich hatte Kopfschmerzen und bin durch die Wohnung geirrt wie ein verrücktes Tier. Total bescheuert, denn die fünf Kilometer war ich vorher schon oft gelaufen. Ich wusste, ich kann das. Was ich nicht wusste: Was macht diese „Wettkampf“-Situation mit mir, auch wenn es nur ein Spaßlauf ist? Wenn ich zu Hause loslaufe und merke, heute ist nicht mein Tag, drehe ich halt wieder um und gehe duschen. Aber hier? Aufgeben vor Freunden und Kollegen? Im Ziel kollabieren?

Und dann stand ich am Start und all diese Gedanken waren verschwunden. Die Übelkeit im Bauch: weg. Die Schmerzen im Kopf: weg. Ich machte den ersten Schritt und alles war gut. Zum Schluss konnte ich sogar noch zum Ziel sprinten und lief die fünf Kilometer in persönlicher Bestzeit.

Eine wichtige Erfahrung: Ich kann das – auch unter erschwerten Bedingungen, auch, wenn ich die Komfortzone meiner persönlichen Laufstrecke verlassen muss. Auch, wenn Kopf und Körper vorher rebellieren.

Wenn ich das schaffe, schaffe ich auch den Women’s Run.

5. Die Menge trägt dich ins Ziel

Vor dem Women’s Run war ich kaum aufgeregt. Eher ungeduldig. Ich wäre gerne hingegangen und sofort losgelaufen. Aber das funktioniert bei einer Veranstaltung mit 4700 Läuferinnen natürlich nicht. Aber lange mussten wir nicht warten. Plötzlich schiebt dich die Menge in Richtung Start und schon läufst du los.

Endlich geht’s los: Kurz nach dem Start des 8-km-Laufs

Ziemlich viele Läuferinnen habe ich da an mir vorbei ziehen lassen, aber es war richtig, am Anfang Kräfte zu sparen. Was ich nämlich total unterschätzt habe, war die Hitze: Obwohl früher Abend, knallte die Sonne so stark vom Himmel, dass ich fast Kopfschmerzen bekam. Nur kurze Abschnitte lagen im Schatten. Auch fies: Immer wieder kleine Hügel. Sowas bin ich nicht gewöhnt. Ab und zu nervig: Andere Frauen, die komisch laufen. Die dich überholen und dann langsamer werden. Die neben dir die Ellenbogen ausfahren, als wollten sie in die Chefetage und nicht ins Ziel.

Aber trotzdem: Die Menge macht’s. Sie trägt dich ins Ziel. Wenn 1800 Menschen laufen (so viele waren es beim 8-Kilometer-Lauf), läufst du mit. Auch wenn die Beine schwer werden und die Sonne brennt. Du gibst nicht auf, weil die anderen auch nicht aufgeben.

Es gibt immer eine, die dich überholt. Aber es gibt auch immer eine, die du überholst. Du merkst, dein Lauftraining hat sich gelohnt!

Noch mehr als die Menge trägt dich dein Team: Wir kamen kurz hintereinander ins Ziel und sind die acht Kilometer alle unter einer Stunde gelaufen. Yeah!

Die Sekunden nach dem Zieleinlauf sind… Pure Euphorie. Ungläubiges Staunen. Und sehr viel Stolz.

Natürlich sind wir nächstes Jahr wieder dabei. Oder wie mir Antonia schrieb:

Kopf sagt ja.

Oberschenkel sagen noch: Spinnst du?

Wollt ihr auch dabei sein beim Team Healthandthecity? Was motiviert euch, ein Lauftraining durchzuhalten? Was sind Eure Erfahrungen mit solchen „Wettkampf“-Situationen?

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Ein Kommentar

  1. Ihr seid mega!!
    Genau so geht es mir mit den 10km – ich bin sie jetzt insgesamt drei Mal gelaufen, aber dauernd will ich mich zu einem 10km Lauf anmelden 😉
    Liebe Grüße
    Jenny

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