Zuckerfreie Kekse: Ein Rezept, das schmeckt!

 

Warum ich bei meinem zuckerfrei-Experiment als erstes DIY zuckerfreie Kekse backe? Bei meiner Mutter gibt es jeden Samstag einen Kuchen, im Idealfall sogar zwei und wenn Besuch kommt eventuell sogar noch eine Torte. Als ich noch zu Hause gewohnt habe, habe einen dieser Kuchen immer ich gebacken, und ich habe es gehasst. Jeden Samstag backen, mit 14 kann das eine unglaubliche Qual bedeuten. Und es musste jedes Wochenende ein anderer sein – wiederholen durfte ich mich vielleicht einmal pro Quartal.

Meine Oma, die bis heute Kuchen Nummer 2 backt (sie ist jetzt 85), wiederholt sich fast jedes Wochenende, macht immer was mit Hefeteig und mit dem Obst, das gerade Saison hat oder noch da ist. Ist kein Obst da, gibt’s Hefezopf mit Rosinen. (Dafür beherrscht sie ungefähr 92 Sorten Weihnachtsplätzchen und benutzt nur ein Kochbuch – das handgeschriebene ihrer Mutter, die 1950 gestorben ist.)

Natürlich ist der Plan meiner Mutter aufgegangen: Ich kann heute so ungefähr alles backen und tue es nach einer mehrjährigen Pause auch wieder gerne. Und mit Beginn von Projekt zuckerfrei war klar: Ich würde natürlich zuckerfreie Kekse backen. Und heute habe ich es getan – hier ist das Rezept:

Zuckerfreie Zitronen-Mohn-Kekse

Das Original-Rezept stammt von Katharina kocht, einem sehr schönen Food-Blog, der ganz ohne Zucker auskommt. Ich habe es abgewandelt, denn auch das habe ich von meiner Mama gelernt: Wir kochen/backen nie exakt nach Rezept. Auf meine Frage „Müssen wir das wirklich so wie da…“ kam immer die Antwort „Ach, Quatsch, da machst du das das und das und es wird fast genauso.“ Stimmte auch immer. Auf genaue Mengenangaben legt meine Mutter auch erst Wert, seit sie einen Thermomix mit integrierter Digitalwaage hat (eine sehr unromantische Angelegenheit). Viel habe ich an Katharinas Rezept für zuckerfreie Kekse nicht verändert – ich habe die Mengen verdoppelt (15 Kekse fand ich etwas wenig) und zum Zitronenabrieb auch den Saft gegeben.

Zuckerfreie Kekse: Das Rezept

100 g Butter
80 g Reissirup
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone und der Saft
150 g Mehl (ich mische meistens Weizen- und Dinkelmehl)
2 Esslöffel (20 g) Mohn (ich habe eine fertige Mischung zum Backen aus dem Bio-Supermarkt genommen)

Mohn-Mischung

 

Der Teig
Für die zuckerfreien Kekse den Backofen auf 175 Grad (Umluft) vorheizen. Die Butter  mit dem Reissirup in der Küchenmaschine oder mit dem Rührgerät schaumig schlagen. Die Zitrone heiß abwaschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen – beides zur Butter-Reissirup-Mischung geben. Zum Schluss Mehl und Mohn dazu und noch eine Weile rühren. Wie lange? „Na, bis es fertig ist, das siehst du dann schon“, würde meine Mama sagen.

Backblech mit Backpapier auslegen und mit einem Teelöffel Teig abstechen und daraus kleine Bällchen formen. Achtung: Die Bällchen lassen sich nur mit mehligen Händen formen, sonst bleibt’s eine klebrige Angelegenheit. Zum Schluss mit einer Gabel vorsichtig flach drücken – der Tipp mit der Gabel stammt aus Katharinas Rezept und ich finde, die Kekse sehen damit klasse aus!
Die knapp 30 Kekse passen auf ein Blech und backen für 15 Minuten im Ofen.

 

Und? Wie schmeckt’s?

Lecker! Die zuckerfreien Kekse gibt’s jetzt öfter! Auch meine zuckerverwöhnte Familie war recht angetan, die Hälfte der Kekse ist schon aufgegessen. Für mich sind sie die perfekte Nascherei für zwischendurch (wenn ich mal keine Nüsse oder Cashews essen will) und ein guter Schoko-Ersatz. Werde die Kekse demnächst natürlich meiner Mama anbieten. Bin mal gespannt, ob ihr auffällt, dass der Zucker fehlt.

Du möchtest mehr über zuckerfreie Ernährung wissen? Dann lies hier von Nadjas Erfahrungen damit:

Ohne Industriezucker – Was bedeutet das überhaupt? Wo ist Industriezucker drin?

Ohne Zucker – Was Nadja nach 5 Tagen gelernt hat

Zuckerfrei leben – Warum es Nadja nach 40 Tagen Probe nicht auf Dauer macht

 

5 Kommentare

  1. Ein super Rezept und schon ausprobiert. Wirklich zu empfehlen 🙂 Liebe Grüße aus Monte Pana

  2. Ähm….80g Reissirup ist nicht zuckerfrei. Mit Ausnahme von ungetrockneten Früchten ist jeder Sirup, jede Paste und jede Kristallform natürlich Zucker. Zuckerfrei bedeutet ohne zusätzlichen Zucker. Also entweder nur mit frischen Früchten oder Süßstoffe wie Stevia oder Huxol.
    Du würdest ja auch nicht ein Schnitzel „ohne Fleisch“ bezeichnen, weil es nicht vom Kalb ist, sondern von der Pute.

    Da ich beim Durchsuchen des Internets bei „zuckerfrei backen“ leider auf lauter Rezepte stoße, die sehr wohl Zucker verwenden, nur halt nicht weißen Kristallzucker, würde ich darum bitten, die Beschreibung zu ändern. Ist nicht fein, wenn man laufend auf das Falsche stößt.

    • Nadja Katzenberger

      Hallo Joachim, danke für deinen Kommentar. Als „zuckerfrei“ galt hier im Blog tatsächlich der Verzicht auf raffinierten Zucker und Ersatzstoffe wie Stevia etc. Natürliche Süßungsmittel waren beim „Projekt Zuckerfrei“ erlaubt, auch aus dem Grund, weil ich damit experimentieren wollte. Schmeckt das? Ist es eine gute Alternative? Dann man damit überhaupt backen? (Letzteres ist z.B. mit Stevia sehr schwierig). „Zuckerfrei“, da hast du Recht, kann gerade im Internet vieles heißen, auch den Verzicht auf Milch- oder Fruchtzucker, oder eben nur den auf Kristallzucker. Hier haben wir es halt so gehalten. Die Beschreibung werden wir deswegen nicht ändern. Beste Grüße.

  3. Das klingt wirklich sehr gut. Die werde ich in jedem Fall auch einmal ausprobieren. BIn jetzt schon sehr gespannt, was mich da geschmacklich erwarten wird.

    • Nadja Katzenberger

      Hallo Katja,
      wir bereiten gerade neue Rezepte für Weihnachtskekse vor – stay tuned und viel Spaß beim Backen!
      Liebe Grüße
      Nadja

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