3 Gründe, warum sich Schutz gegen Parodontose lohnt

Herzhaft in den Apfel beißen. Kein Blut zu sehen? Dann hat es mit dem Parodontose vorbeugen geklappt.

Kennst du noch den Test auf Parodontose aus der alten Fernsehwerbung? Dazu beißt man herzhaft in einen harten Apfel. Haftet kein Blut an der Bissstelle, ist alles in Ordnung: kein Zahnfleischbluten, keine Zahnfleischentzündung, kein Zahnfleischschwund. Die Parodontose – Vorsorge hat gewirkt. Feste Zähne bis ins hohe Alter sind einem sicher. So suggerierte es zumindest die Zahnpastareklame.

Natürlich kann man sich denken, dass Werbung die Zusammenhänge grob vereinfacht. Das fängt schon bei den Begriffen an: Die Apfeltester im Zahnpastaspot sprechen von Parodontose, wie die meisten Menschen – und übrigens auch ich oft. Aber eigentlich ist eine Parodontitis gemeint: eine durch bestimmte Bakterien ausgelöste Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparats, des Parodonts.

Sie beginnt mit einer Zahnfleischentzündung – von Zahnärzten Gingivitis genannt. Diese ist noch recht harmlos. Unternimmt man aber längere Zeit nichts dagegen, kann die Entzündung auf die Knochenwand der Zähne und auf deren Wurzelhaut und Wurzelzement übergreifen. Im schlimmsten Fall wackeln irgendwann die Zähne und fallen aus.

Der Beginn mit einer Zahnfleischentzündung bleibt oft unbemerkt

So kann es ablaufen, muss es aber nicht. Manche Menschen leiden an einer stark ausgeprägten Parodontitis, ohne dass ihr Zahnfleisch blutet – zum Beispiel Diabetiker oder starke Raucher. Die Phase der Zahnfleischentzündung haben sie längst hinter sich. Ihre Beißer sind in höchster Gefahr, aber sie bemerken es nicht. Der Apfel-Test ist darum ein schlechter Ratgeber, wenn es darum geht, sein Risiko für einen Zahnverlust einzuschätzen.

Dabei ist es schon für junge Erwachsene enorm wichtig, den Zustand des eigenen Zahnfleisches zu kennen. Denn in der neuen, fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie findet sich eine schockierende Zahl: In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen leidet bereits einer von zwei Menschen an einer Parodontitis. Etwa jeder zehnte in diesem Alter ist sogar an einer schweren Form erkrankt. Dass einem die Zähne ausfallen, passiert also nicht erst Menschen im Rentenalter. Es fängt früh an und das in zunehmendem Maße.

Als ich das gelesen habe, wusste ich, dass ich darüber im Blog schreiben muss.

Zusätzlich zu meinen eigenen Recherchen habe ich mir dafür Rat bei einem spezialisierten Zahnarzt, Dr. Claudio Cacaci geholt. Er ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie und Implantologie. Mit seinem Kollegen Dr. Peter Randelzhofer betreibt er in München das Implantat Competence Zentrum. Mehrfach täglich repariert er in seiner Praxis – meist mit Hilfe von Implantaten – die Verheerungen, die Parodontitis im Mund angerichtet hat.

Fachzahnarzt Dr. Claudio Cacaci (links) bespricht mit
seinem Kollegen Dr. Peter Randelzhofer ein Implantat. Der Ersatz, wenn man durch Parodontose einen Zahn verloren hat.

Inzwischen ist mir klar geworden:

Drei sehr gute Gründe sprechen dafür, sich schon früh im Leben gezielt um die Vorbeugung (die Prophylaxe) von Parodontose zu kümmern:

1) Parodontose (Parodontitis) ist eine Gefahr für Familien mit Kinderwunsch

Leidet eine Schwangere an einer bakteriellen Erkrankung des Zahnfleisches, steigt das Risiko deutlich, eine Früh- oder Fehlgeburt zu erleiden. Dieser bestätigt sich immer wieder in Studien. Man geht davon aus, dass in Industrienationen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder Parodontitis für etwa jeden fünften Fall verantwortlich ist, bei dem ein Kind zu früh oder mit Untergewicht geboren wird.

Die Ursache: Im Fruchtwasser finden sich dieselben Bakterien wie im Mund einer werdenden Mutter. Schädliche Keime können gelegentlich über die Plazenta bis zum Fötus vordringen. Dort lösen sie Stress- und Abwehrreaktionen aus. Mögliche Folgen sind ein Wachstumsstopp beim Ungeborenen oder vorzeitige Wehen bei der Mutter.

„Wir raten schwangeren Frauen, ihr Zahnfleisch vorsorglich alle vier Wochen untersuchen zu lassen“, sagt Dr. Claudio Cacaci. Bei Entzündungen kann man dann rechtzeitig helfen. Diese enge Überwachung zur Parodontitis – Prophylaxe halten viele Zahnärzte sogar bei Frauen für sinnvoll, die bisher keine Zahnfleischprobleme hatten. Denn die Hormonumstellung während der Schwangerschaft begünstigt Zahnfleischentzündungen.

„Auf gar keinen Fall dürfen Schwangere eine Zahnfleischentzündung und Zahnfleischbluten ignorieren“, warnt Cacaci. Damit sollten sie sofort einen Zahnarzt aufsuchen, der sich mit Infektionen des Zahnbetts auskennt.

2) Parodontose ist mitverantwortlich für schwere Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder entzündliches Gelenkrheuma (Arthritis)

Jeder Diabetes-Patient weiß es: Parodontitis verschlechtert die Blutzuckerwerte. Der Körper versucht, schädliche Mundbakterien zu bekämpfen und startet eine komplexe Abwehrreaktion. Dabei gelangen Entzündungs- und Botenstoffe ins Blut, welche die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin senken.

Doch Parodontose bedroht die Gesundheit jedes Menschen: Manche der Boten- und Abwehrstoffe, die der Körper gegen Parodontitis – Keime auffährt, schädigen die Innenwände der Blutgefäße – auch jene im Herzen. Daher haben Menschen, bei denen jahrelang Parodontitis – Bakterien die Zahnfleischtaschen besiedeln höhere Herz-Kreislauf-Risiken: Schlaganfälle treffen Parodontitispatienten dreimal so häufig wie Leute mit gesundem Zahnbett. Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt um 25 Prozent.

Auch zwischen entzündlichem Gelenkrheuma und Parodontitis besteht ein Zusammenhang. Dabei spielt neben anderen Faktoren ein spezielles Parodontose – Bakterium, Porphyromonas gingivalis, eine unrühmliche Rolle. Es verändert Bluteiweiße. Eiweißkomplexe entstehen und lagern sich an Gelenken wie Knie oder Hüfte ab. Das kann eine rheumatische Entzündung auslösen oder verstärken.

Damit nicht genug, scheint Parodontose an vielen weiteren Krankheiten beteiligt, unter anderem an: der Raucherlunge (COPD), Lungenentzündung, Osteoporose (Knochenschwund) oder bestimmten Herzentzündungen. „Parodontitis gar nicht erst entstehen zu lassen, ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme für die Gesundheit“, fasst Zahnarzt und Implantatspezialist Cacaci zusammen.

3) Parodontitis richtig zu behandeln kostet einen sehr viel Geld

Schwere Parodontitis zu stoppen, ist aufwendig. Der Zahnarzt muss die Bakterien aus den Zahnfleischtaschen und dem umliegenden Gewebe restlos entfernen. Dazu muss das Zahnfleisch bisweilen aufgeschnitten werden. Einige Patienten brauchen Antibiotika. Bei anderen müssen bestehende Implantate herausgenommen oder mitbehandelt werden. Dazu kommen Voruntersuchungen, Keimbestimmungen, mehrfache Prophylaxesitzungen, Überwachung des Erfolgs etc.. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen decken das kaum ab, wie sich zum Beispiel zwischen den Zeilen aus der Information der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin herauslesen lässt. Im Ernstfall kann auf einen Parodontitis – Patienten eine Rechnung über 6000 oder 7000 Euro zukommen.

Und das ist nur das Geld, um die Infektion zu behandeln. Zahnersatz ist nicht mitgerechnet. Immerhin ist im Jahr 2016 in Deutschland fast jeder Vierte im Alter zwischen 65- und 74 Jahren zahnlos. Hauptursache: Parodontose. Diese Menschen benötigen dritte Zähne – oben und unten. Selbst auf die einfachste Variante, das Gebiss fürs Wasserglas, muss ein Betroffener zwischen 500 und 900 Euro drauflegen.

Der Trend geht zu Implantaten

Doch der Trend geht zu Implantaten. In Deutschland werden jährlich etwa eine Million gesetzt. Im Kieferknochen verankert, fungieren sie als künstliche Zahnwurzeln. Darauf lassen sich einzelne Zähne befestigen (die Kosten starten bei 4000 Euro) oder ganze Gebisse (ab etwa 15000 Euro je Kiefer). Der Vorteil: Diese Zähne sind komfortabel, fast wie die echten. Richtig implantiert  und vom Träger richtig behandelt, halten sie lange. Der Nachteil: die Kosten, zu denen die gesetzliche Kasse bestenfalls um die 1000 Euro zuschießt.

Um diesen Kosten zu entgehen, hat man nur zwei Möglichkeiten: Entweder eine geeignete  Zahnzusatzversicherung, oder man beugt so gut gegen Parodontitis vor, dass die eigenen Zähne ein Leben lang halten. Eine Zahnzusatzversicherung zu finden ist nicht  leicht. Man muss Tarife  und Leistungen eingehend vergleichen. Orientierung liefert finanztipp.de, aktuelle Infos bietet Stiftung Warentest.

Implantat (rechts): Sieht aus wie eine Schraube und dient als künstliche Zahnwurzel. Die Maßschiene (oben) sorgt dafür, dass Implantate an die richtige Stelle im Kiefer gesetzt werden.

Überzeugt, dass du dich um die Gesundheit deines Zahnfleisches kümmern solltest, ehe es sich entzündet?

Dann stellt sich folgende Frage: Parodontose vorbeugen, wie geht das richtig?

Bei der Parodontitis – Prophylaxe gibt es 5 Faktoren, die jeder selbst beeinflussen kann:

  1. die persönliche Mundhygiene, insbesondere in den Zahnzwischenräumen
  2. die regelmäßige professionelle Zahnreinigung
  3. den Zigarettenkonsum
  4. die Ansteckung von Säuglingen
  5. die Symptome von Parodontitis früh zu erkennen

Warum Mundhygiene so wichtig ist, erschließt sich besser, wenn man sich die Ursachen von Parodontitis bewusst macht.

Parodontitis ist eine Infektionskrankheit. In jedem Mund leben verschiedene Bakterien. Die Mischung ergibt die Mundflora. Normalerweise wird sie von harmlosen Bakterienarten dominiert, die Krankheitserreger sogar unterdrücken. In einer gesunden Mundflora befinden sich die Bakterienarten im Einklang, sie sind für den gesamten Verdauungstrakt unverzichtbar.

Schlimm wird es, wenn sich das Keimspektrum in der Mundhöhle nachhaltig verändert hat. Im Mund von Patienten, die an Parodontitis leiden, herrschen aggressive Bakterien vor – vor allem gramnegative Anaerobier. Weil sie ohne Sauerstoff auskommen, können sie sich tief in den Zahnfleischtaschen festsetzen und dringen sogar in das umliegende weiche Gewebe ein.

Eine starke Parodontose entsteht nicht von heute auf morgen. Bis sich die zerstörerischen Parodontitiserreger durchsetzen, durchläuft die Mundflora viele Veränderungen. Sogenannte Brückenkeime, die selbst nur mäßig schädlich sind, bereiten der Infektion den Weg. In dieser Phase leiden Patienten häufig an Zahnfleischbluten, an geschwollenem oder dunkelrot verfärbtem Zahnfleisch.

Diese Gingivitis, die Zahnfleischentzündung, ließe sich noch leicht bekämpfen. „Das Problem ist, dass sehr viele Patienten falsch auf diese Warnsignale reagieren“, erklärt Zahnarzt Dr. Claudio Cacaci, „oder sie bemerken sie gar nicht.“

Haben sich Parodontitiserreger eingenistet, produzieren sie bestimmte Stoffe, die den Körper zu einer dauernden Entzündungsreaktion veranlassen. Außerdem erzeugen sie regelrechte Giftstoffe, die das Zahnbett schubweise abbauen – und eben auch viele andere Krankheiten auslösen können. In diesem Stadium könnten einem wohlmeinende Mitmenschen mit einem ehrlichen Hinweis auf bestehenden Mundgeruch vor Schlimmeren bewahren: Übelriechender Atem ist für Parodontitisbefall typisch und für das Gegenüber sehr unangenehm, berichtet Cacaci.

Wie kommen die schädlichen Bakterien überhaupt in einen gesunden Mund?

Ganz sicher nicht übers Essen. Mit Parodontitis – Erregern steckt man sich durch Speichelkontakt bei infizierten Personen an. Also zum Beispiel beim Küssen. In einem gesunden Mund und bei guter Abwehrlage haben die schädlichen Keime jedoch keine Chance, sich anzusiedeln. Sie finden nicht die richtigen Bedingungen um sich stark zu vermehren.

Darum ist 1) Mundhygiene mit Zahnseide so entscheidend.

Ein sauberer Zahn wird nicht krank. Sauber bedeutet: Frei von Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein. „Mit der Zahnbürste erreicht man aber nur etwa 70 Prozent der Zahnflächen“, berichtet Cacaci. Um an den Rest – nämlich die Zahnzwischenräume – heranzukommen, muss man Zahnseide benutzen – oder bei größeren Zwischenräumen Interdentalbürsten. Und das jeden Tag!

Denn die Benutzung von Zahnseide scheint tatsächlich ein wichtiger Faktor, um Zahnfleischentzündungen und Plaquebildung zu verhindern.

Die Zahnputztechnik, Länge und Häufigkeit des Putzens, Zahnbürste und Zahnpasta spielen natürlich auch eine Rolle für den Erfolg der Mundhygiene. Aber am meisten Nachholbedarf sehen Experten bei der Reinigung der Zahnzwischenräume. Denn: Theoretisch müsste jeder Bundesbürger im Jahr 180 Meter Zahnseide verwenden. Die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltungskunde geht aber nur von etwa 10 Metern aus. Zahnseide wird also viel zu selten benutzt.

2) Regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) ist wichtig, weil selbst das beste Putzen auf Dauer gegen Parodontitis nicht reicht.

Inzwischen beteiligen sich einige gesetzliche Krankenkassen an den Kosten einer professionellen Zahnreinigung. Diese betragen etwa zwischen 50 und 140 Euro. Der Grund für diese Fürsorglichkeit: Man geht davon aus, dass Menschen, die diese Präventionsangebote regelmäßig nutzen, seltener an Parodontitis erkranken – oder wenn, dann weniger schwer.

Häufig wird empfohlen, sich das Gebiss zweimal jährlich von speziell ausgebildetem Personal in der Zahnarztpraxis säubern zu lassen. Im Grunde ist das zu pauschal. „Es ist teilweise genetisch bedingt, wie anfällig jemand für Parodontitis ist“, erklärt Cacaci. Bei Menschen mit einer bestimmten Erbanlage ist der Zahnhalteapparat von Natur aus stärker gefährdet. Sie benötigen eine professionelle Zahnreinigung unter Umständen öfter als zweimal im Jahr: „Patienten, die zum Beispiel schon Zähne auf Grund von Parodontitis verloren haben und mit Implantaten versorgt wurden, zählen zu den Hochrisikopatienten. Sie möchten wir bis zu 6-mal jährlich sehen“, berichtet Dr. Cacaci. „Je nachdem, wie gut sie sich selbst mit der nötigen Mundhygiene zurecht kommen.“

Dagegen kann bei Leuten mit super Zahnfleisch und perfekter Mundhygiene einmal jährlich eine professionelle Zahnreinigung reichen. Herausfinden lässt sich das jedoch nur, wenn man regelmäßig zum Zahnarzt geht – und mit diesem auch explizit über Parodontitis spricht. So einen Service bietet zum Beispiel auch Dr. Cacaci in seiner spezialisierten Praxis in München an, denn er kümmert sich nicht nur um die Behandlung von Krankheiten am Zahnhalteapparat. Deren Verhinderung ist ihm genauso wichtig. Entscheidend ist, dass es sich um eine professionelle Zahnreinigung handelt, und nicht nur um eine kosmetische Prozedur.

3) Bei so einem Gespräch erfährt man dann zum Beispiel, dass Rauchen einer der größten Risikofaktoren für Parodontose ist.

„Vor allem bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung wirkt Rauchen fatal“, berichtet Experte Cacaci. Patienten, die schon im Alter von 30 Jahren nur noch einzelne Zähne im Mund haben, sind keine Seltenheit in der Praxis des Spezialisten. Es sind auch keine Zahnputz-Verweigerer, die eine derart aggressive Parodontitis betrifft, sondern Menschen, die Pech mit ihren Erbanlagen hatten und schlecht aufgeklärt waren. Denn: Eine besonders aggressive Form der Parodontitis kann schon im Kindesalter nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne auftreten und muss entsprechend früh erkannt werden, berichtet Cacaci.

4) Einen Beitrag, um Parodontose als ansteckende Krankheit zurückzudrängen, kann jeder leisten, der mit Säuglingen und kleinen Kindern umgeht:

„Auf keinen Fall sollte man einen Schnuller oder ein Fläschchen ablecken, ehe man es dem Kind in den Mund steckt“, betont Cacaci. Eltern oder Großeltern, die mit Parodontitis-Erregern infiziert sind, reichen die Krankheit sonst über den Speichel am Schnuller schon an Babys weiter und legen so den Grundstein für eine fatale Gebissentwicklung – und eine starke Ausbreitung, spätestens wenn der angesteckte Nachwuchs mit anderen knutscht.

5) Die Symptome und Warnzeichen für Parodontitis sollte jeder kennen – und sich richtig verhalten.

Zu den Warnsignalen gehören Zahnfleischbluten – beim Zähneputzen aber auch beim Essen – sowie Mundgeruch. „Die Krankheit erkenne ich in vielen Fällen schon am Geruch“ berichtet Dr. Cacaci. Übler Atem ist ein Alarmsignal, das man ernst nehmen sollte. Ebenso verdächtig ist geschwollenes, dunkelrot verfärbtes Zahnfleisch. Anfangs handelt es sich dabei meist nur um eine harmlose Zahnfleischentzündung. Diese wird man am besten los, wenn man seine Zähne besonders aufmerksam putzt und die Zwischenräume gut reinigt. „Viele Leute reagieren jedoch grundfalsch“, erklärt Cacaci. „Sie sparen die entzündete Region beim Putzen aus oder putzen gar nicht.“ Womöglich steckt dahinter die Sorge, Keime ins wunde Zahnfleisch zu reiben. Oder man will Schmerzen vermeiden oder dass es weiter blutet. Das ist aber falsch gedacht. Zähneputzen vermindert den Keimbefall! Bessert sich die Entzündung nicht innerhalb weniger Tage, sollte man zum Zahnarzt gehen und sich helfen lassen.

Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung kann einer schweren Parodontitis den Weg ebnen. Später blutet das Zahnfleisch nicht mehr, aber die Zerstörung schreitet fort. Bis man einen Zahn verliert … .

Vielleicht geht es dir so wie mir: Ich habe beim Thema Zahngesundheit bisher vor allem an Karies gedacht. Dabei war ich immer Stolz wie Bolle, wenn der Zahnarzt bei der jährlichen Untersuchung nichts zum Bohren gefunden hat. Inzwischen weiß ich: Karies ist schon bei Milchzähnen ein wichtiges Thema und die Weichen für Zahngesundheit werden in jeder Hinsicht früh gestellt.

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