Joggen für Anfänger: Erfahrungen beim ersten 5-km-Lauf

Ohne Umschweife: Ich habe es geschafft! Ich bin heute 5 Kilometer beim „Baierbrunner Sommerlauf“ gerannt. Ich, das personifizierte „Joggen für Anfänger“ musste zwischendurch nicht gehen. Mir ist nicht schlecht geworden vor Anstrengung – was ich angesichts des Sonnenscheins und der schattenlose Strecke befürchtet hatte –, und ich war schneller, als ich es mir in meinen ehrgeizigsten Träumen ausgemalt hatte.

Meine offizielle Zeit ist 36:34 Minuten. Mein heimliches Ziel war es, unter 40 zu bleiben, aber ich hätte im Prinzip mit jeder Zeit leben können, solange ich durchhalte. Wie jeder digitalisierte Mensch vertraue ich übrigens meiner App mehr als dem offiziellen Laufergebnis. Runtastic sagt mir, es haben noch 200 Meter zu den 5 Kilometern gefehlt und bescheinigt mir eine Minutenzeit von 7:45, was 38:45 Minuten für 5 Kilometer macht. Auch das ist sehr viel schneller, als ich erwartet hätte. So schnell, dass mein Kopf das Ergebnis ein paar Stunden nach dem Zieleinlauf noch nicht eingeholt hat.

Der Körper gewöhnt sich schnell ans Joggen

Eigentlich habe ich von dem ganzen Lauf nicht so viel mitbekommen. Zack, zack, war er vorbei. Das ist das wirklich prägende Erlebnis meines ersten Laufs nach meiner persönlichen 10-Wochen-Challenge „Laufen für Anfänger“, genauer für absolute Beginner aus der „Ich-bin-fürs-Joggen-nicht-gemacht“-Fraktion. Es war halb so wild, und das finde ich unglaublich, angesichts der Tatsache, dass ich erst am vergangenen Donnerstag das erste Mal im Leben 5 Kilometer zusammenhängend gelaufen bin.

Ich bin erstaunt, wie schnell sich der Körper anpassen kann. Das ist die Lehre des Tages für mich. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Joggen lernen lest ihr hier. Dieser sofort sichtbare und spürbare Trainingseffekt wirkt auf mich mega-motivierend.

Ab heute beginnt Phase zwei von „Joggen für Anfänger“

Ich werde weiter joggen. Für den zweiten Lauf, Mitte September, bin ich bereits angemeldet. Es war eine Vorsichtsmaßnahme. Ich habe mir damit selbst Druck aufgebaut, damit ich nach dem heutigen Tag weitermachen muss, um mich nicht vor meiner Blogpartnerin Nadja zu blamieren. Jetzt gerade denke ich: Ich laufe dann vielleicht nicht mehr nur, um mir etwas zu beweisen, sondern weil es Freude macht, seinen Körper beim Funktionieren zu beobachten. Dafür werde ich weiterhin dreimal in der Woche trainieren, und das wird sicher nicht immer so lustig und euphorisch ablaufen, wie das alles gerade klingt. Joggen für Anfänger, Phase zwei: dranbleiben. So heißt mein neues Projekt. Intwischen habe ich herausgefunden, worauf es dabei ankommt. Diesen weiterführenden Trainingsplan Laufen findet ihr hier.

Zurück zum heutigen Lauf. Ein paar Erinnerungsfetzen habe ich natürlich doch:

Richtig esssen vor dem Wettkampf:

Heute früh war ich aufgeregt, es hat sich aber nur indirekt beim Frühstück geäußert: Ich hatte mir noch nie Gedanken darum gemacht, was man als Jogger isst. Warum auch? Hauptsache man rennt nicht ganz nüchtern los. Bei einem 5-Kilometer-Ziel und beim Joggen für Anfänger ist es lächerlich, über Leistungsoptimierung zu sinnieren. Trotzdem habe ich vor dem Frühstück diverse Seiten für ambitionierte Läufer abgesurft, um den ultimativen Ernährungstipp zu finden. Und dann habe ich ein Croissant mit etwas Butter und viel Marmelade gegessen. Der schnellen Kohlenhydrate wegen. Die waren wahrscheinlich viel schneller als ich. Wäre auch egal, aber ich mag keine Croissants.

Sein Starttempo finden

Direkt nach dem Start sind alle anderen Läufer wie erwartet an mir vorbeigezogen. Ich hatte Sorge, dass ich mithalten möchte, und mich deshalb gleich zu Beginn übernehme. Deshalb hatte ich meinen Mann überredet, dass er mit mir zurückbleibt (danke, danke dafür!) und mich passend zur Zeitansage der App bremst. Trotzdem bin ich, mitgerissen vom Wettlaufsog, viel schneller angelaufen, als ich es vorhatte. Die Folge: Schon nach 300 Metern habe ich geschnauft wie ein Walross, und das blieb so bis zum Schluss. Noch vor ein paar Wochen hätte ich nach so einem Start aufgegeben. Bei der ersten Steigung wäre ich stehengeblieben, weil ich mir eingebildet hätte, sie würde zu schlimm. Jetzt weiß ich: Die erste Steigung wird schlimm, wenn man bereits etwas außer Atem ist. Aber sie lässt sich trotzdem bezwingen. Fitness ist auch Willenssache.

Anfeuerung macht Mut

Überwältigt war ich davon, welche Wirkung es hat, wenn man angefeuert wird. In meinem geistigen Joggen-für-Anfänger-Modus hatte ich vorher über das Drumherum eines Laufs wenig nachgedacht. Ich hatte genug mit mir zu tun. Und auf einmal sind da viele Leute, und die sind nett. Sie klatschen einen um die nächste Kurve, feuern einen an – auch wenn man hoffnungslos zurück liegt. Das tut wahnsinnig gut. Siegen kann kaum schöner sein. Genauso wohltuend: Blogkollegin Nadja (vorne, im Bild unten) ist die ersten Minuten mit mir gelaufen und fand mein Schneckentempo demonstrativ in Ordnung. Das machte mir den Mut, den ich gerade am Anfang brauchte.

Eigenes Limit akzeptieren

Meine engen Grenzen habe ich natürlich auch aufgezeigt bekommen: Arbeitskollegin Peggy wurde zweite bei den Frauen und hat für die 5 Kilometer weniger als 25 Minuten gebraucht. Während ich noch auf dem letzten Drittel der ersten Runde herumwatschelte, kam sie mir in ihrer zweiten entgegengespurtet. Ja, wirklich gespurtet. So locker kann Joggen aussehen, wenn man es kann. Peggy hatte für den Lauf nicht speziell trainiert, sie rennt einfach seit ihrer Kindheit. Das gebietet mir Ehrfurcht. Was ich tue, ist noch weit von ambitioniertem Sport entfernt, eben wirklich Joggen für Anfänger, auch wenn ich das gerne mal verdränge.  Ich weiß auch: Richtig gut werde ich auf meine alten Tage nicht mehr werden. Aber was soll’s. Ich bin begeistert von Frauen wie Peggy.

Nach der Ziellinie: Genießen

Nach dem Lauf habe ich mich noch kurz mit der einzigen anderen Frau unterhalten, die so langsam unterwegs war wie ich. Ich kam ein paar Sekunden vor ihr ins Ziel. Aber nur, weil sie bei Kilometer 2 eine kleine Gehpause eingelegt hat. Ansonsten sind wir durchgängig das gleiche Tempo gelaufen. Ich erfuhr, dass sie, genau wie ich, vor 10 Wochen mir dem Joggen begonnen hat und sich, genau wie ich, eigentlich für eine Nicht-Joggerin hält. Wir zwei mit unserem Projekt „Joggen für Anfänger“ haben uns zusammen gefreut – und das war das beste am ersten 5-Kilometerlauf meines Lebens.

Diese Beträge auf unserem Blog helfen dir beim Einstieg ins Joggen:

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Gute Vorsätze durchhalten – so geht es

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3 Kommentare

  1. Dagmar Christadler

    Danke für diesen ehrlichen und gerade deshalb so motivierenden Bericht, liebe Alex. Ich bin gespannt und die nächsten Wochen – und Deinen zweiten Lauf im September.
    Grüße, Dagmar

  2. Auch ich möchte mich für deinen Bericht bedanken.
    Anfang Juli habe ich mit dem Joggen begonnen und kann seit 2 Wochen auch knapp über 5 km durchjoggen.
    Der Anfang war unheimlich schwer , 4 Minuten joggen ,
    2 Minuten Gehpause , das war in den ersten Wochen die Regel bei mir .Mein Partner der seit seinem halben Leben passionierter Marathonläufer ist , hat sehr viel Geduld aufgewendet und mich immer wieder motiviert.
    Auch für mich beginnt jetzt die Laufphase 2 , für ein gesundes ,sportliches Leben .Dazu möchte ich noch erwähnen , dass mein Alter 58 Jahre ist und ich deshalb besonders stolz auf meine ersten 5 km bin.

    • Alexandra von Knobloch

      Liebe Renate,
      Respekt vor dieser Leistung! Ich kann Deine Schilderung gut nachempfinden. Man braucht am Anfang oft mehr mentale Kraft als körperliche, aber irgendwann kommt die Belohnung zurück. Grüße an den Mann. Schön, wenn die Männer ein Projekt mit einem teilen und zum Coach werden. Ich denke, das bringt beiden Seiten Spaß. Mein Mann freut sich mit mir und das freut wiederum mich.

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